#Slag in Cullet @ w3nk

Als krönender Abschluss der Strapazen der Maturität in den Wochen seit dem Konzert in der Kuppel, standen Slag in Cullet gestern in Aarau auf der Bühne und wir waren mit dabei! Yay! Lange wurde der 12.12. herbeigesehnt und nun folgt schon ein mehr oder weniger objektiver Bericht über das Konzert, die Location, das Publikum und natürlich SIC!...haha.

Gestern war es so weit und Lucienne und ich fuhren nach Aarau. Glücklicherweise blieb mir der befürchtete Jahrhundertschneesturm auf der Staffelegg erspart und wir erreichten das W3nk viel früher als erwartet. So spazierten wir in einer Arschkälte noch ein Weilchen durch Aarau, denn die Türöffnung stand erst noch bevor. Kurz vor dem Erfrieren entflohen wir dem ruppigen Klima der Kantonshauptstadt und traten nach Ausweiskontrolle und 15CHF ins W3nk ein. In meiner Vorstellung war das W3nk so was wie das Hallenstadion, doch es ist ein kleines, altes und sehr gemütliches Lokal. Lucienne und ich waren die EINZIGEN neben SIC, der Vorband und der Vorband der Vorband. Yeah, grosses Kino. Wir sassen also da, sprachen über dies und das, versuchten angestrengt nicht dauernd hin zu gaffen (was uns aber nicht wirklich gelang) und versuchten eine Strategie zu erarbeiten, wie wir sie ansprechen könnten. Fürs Erste scheiterten wir aber an Versagensängsten und Hemmungen. Das Ansprechen von Männern (und Frauen) an sich stellt ja schon ein Problem dar, wenn es dann auch noch Musiker sind, wirds happig. Alle drei sassen absolut gelangweilt auf dem Canapé und rauchten und rauchten... und rauchten. - Und das bis die Vorbands ihre Vorstellung beendet hatten. Toshd, ich konnte es kaum glauben.

Die erste Band trat gegen Keineahnungwann auf die Bühne. (das ist das Leben: unabhängig von ÖV und Mami... do whatever you want to do!) Sie spielten mit Keyboard, Schlagzeug, Gesang und Gitarre. Faszinierend war, dass sie die Besetzung der Instrumente abwechselten, was aber nicht immer zum Guten beitrug. Das Schlagzeug war sau gut, der Stile-queen-typ spielte immer Schläge dazwischen, so synkopisch. Der Poet am Piano trug ein weisses Stirnbändchen und Lucienne und ich fanden beim besten Willen nicht heraus, weshalb er das trug. Trotzdem war er der schönste der drei Jungs. Irgendwann sagte der Wilde am Mic den Namen der Band und ich verstand nicht, was er genau sagte. Hm. Blieb mir wohl nichts anderes übrig, als den Poeten kurz darauf anzusprechen. Ich nahm all meinen Mut zusammen und sprach ihn an und er schrie mir den Bandnamen ins Ohr und ich verstand nichts und lächelte, schwafelte irgendetwas peinliches und er hörte mir nicht mehr zu. Sack! Naja, ich habe recherchiert und weiss jetzt, dass sie Microcuts heissen und keine Website haben. Toll.

Nach dieser Pein verzichtete ich darauf, den Platz auf dem Sofa neben Herrn Röösli einzunehmen, er hätte mich vielleicht ja auch gefressen. Lucienne fiel aber auf, dass er, der Mann mit der schönsten Igelifrisur, eine Kappe auf hatte. Es fiel mir erst nicht auf, aber es ist wahr! Schämte er sich seiner Frisur wegen oder war es einfach Stil? Ich tippe auf ersteres, denn der durchschnittliche Haarschnitt der Männer im W3nk lag etwa bei "Frisör, kann man das essen?". Schande, Schande, Schande!!!

Weiter gings dann mit den The diamond sea pirates. Es tat mir nicht nur in den Ohren weh, sondern auch in den Augen. Der Pirat am Schlagzeug hatte ein rotes Tuch um seine Haarpracht gewickelt, der Gitarrenpirat war auch länger nicht beim Frisör und mit dem Gesang des Sängers konnte einfach seinem nichts anfangen. Allmählich breiteten sich Kopfschmerzen aus und ich fand es Zeit, dass sie zu lärmen aufhörten. Das taten sie dann nach einer gefühlten Ewigkeit auch wieder. Leider verschwand mit ihnen auch der Grossteil des Publikums. Während dem Konzert von TDSP verschmälerten Rafi und David angestrengt den Liederablauf des Abends. Sie schienen irgendwie müde oder angepisst, als sie sich aufrafften und ihre Instrumente auf der Bühne fertig machten. Vielleicht waren sie auch nur nervös. Lucienne und ich setzten uns solange auf das zuvor von ihnen besetzte Sofa und mussten bemerken, dass wir wohl an diesem Abend eindeutig die einzigen Fans von SIC waren. Theoretisch hätten wir sie auch zu uns nach hause einladen können.

Kaum wurde das Licht gedimmt, erklangen schon die ersten Akkorde von Time to explode und ich konnte nicht mehr still stehen vor der Bühne. Ich habe das Album in den vergangenen Wochen tot gehört, ich war aber trotzdem wisch und weg von dieser Intensität. Vom Anschiss merkte man nicht mehr viel. Nur das Publikum war mickrig. Lucienne und ich waren beinahe die einzigen vor der Bühne, bis dann noch zwei Betrunkene dazu kamen, denen es mehr ums Blöd tun ging, als um die Musik. Als zweites Stück kam "fade away", mein Lieblingsstück. Es wäre alleine schon einen Eintrag wert. Aber naja, dieser Eintrag zieht sich sowieso schon ins Unendliche... Als nächstes kam so weit ich mich erinnere Blame und dann Rubber Heart, weiss es nicht mehr so genau. Ich mag mich aber erinnern, dass Andy den ersten Part des Gitarrensolos von Rubber Heart etwas verbockt hat. Vielleicht geht das unter künstlerische Freiheit, bei der Wiederholung wars aber perfecto und ich fands hammermässig! Vom neuen Album spielten sie alles ausser Circus of love und those stripes. Zusätzlich bauten sie zwei neue Songs ein. Leider nicht the Masochist, den haben sie gestrichen, wie ich sah, als ich kurz auf das Blatt schielte. Der eine neue Song heisst vermutlich "If I had a heart" und er ist einfach nur boaaaaaaaaaaaaa fadegrad rockig! Der zweite Song spielten sie als (leider einzige) Zugabe: Er heisst "This Way" und ist ein mega Brätscher.
Meiner Meinung nach spielten sie etwas sehr kurz. Vielleicht war es, weil ich die Lieder im Vergleich zum ersten Konzert schon mehrheitlich kannte, was ich aber nicht glaube. Naja, das war ein Bisschen schade. Ein Bisschen sehr schade.

Im Vergleich zur Kuppel war Andy Röösli sehr redselig. "Mir sind Slag in Cullet vo Basel.", das kannte ich ja schon, aber wow, da kam noch mehr! "Kaufet unsr Album time to explode nachem Konzärt, mir chönne s gäld bruche". Aha! Kein Wunder. Wie es aussah, hatte er neue Hosen und ein schickes neues schwarzes Hemd (sah sehr gut aus, nur so am Rand), sie waren vielleicht aber auch nur mit Perwoll gewaschen. Nur eben die Kappe (Die Frisur darunter wäre sicherlich auch hübsch gewesen, aber die Kappe). Eine neue Gitarre hatte es anscheinend auch gegeben, sie war nämlich schwarz und nicht so schön glänzend rot, wie beim letzten Mal. (Ja, und letztes Mal bekam ich ja auch die Türe an den Kopf, dafür war das WC im W3nk leider nicht geeignet, aber es war ausgezeichnet sauber. Respect!)

Nach dem Konzert sass David auf der Bühne und wartete anscheinend nur darauf, dass ich ihn anspreche. Haha. Nein. Ich wusste einfach: jetzt oder nie und dann dachte ich nicht mehr viel und sprach ihn an, habe mich ja den ganzen Abend lang geziert. In diesem Augenblick begann meine Karriere als Musikjournalistin. Mein erstes Interview. Ich vergass leider, ihm zu sagen, dass alles, was er sagt, gegen ihn verwendet wird. Hier etwa das gesagte:

Erst mal fielen ihm die Augen aus dem Kopf, als er bemerkte, dass ich die vom Blog bin, danach lächelte er wie eine Sonne, weil wir extra für sie nach Aarau gekommen sind. Ich versuchte es nonchalant herunterzuspielen: für gute Musik mache ich viel. Er war derart aus dem Häuschen, dass er uns die EP und die Single schenkte. Wie toll ist denn das?!!! Jawohl, so behandelt man seine Fans. Hehe.
Weiter erzählte er, dass sie nicht von der Musik leben können, weil es einfach so viele Ausgaben gebe. Ich sprach ihn dann auf die neue Gitarre von Andy an und er meinte, dass die alte kaputt ging. Die konnte nicht einfach mal so kaputt gehen und so hakte ich nach. Ja, Andy hatte sie kaputtet. C'mon, wie denn? Er hatte sie auf den Boden geschmissen. What? Ich bin empört! - Böser Andy. Naja, jetzt weiss ich wenigstens, weshalb er um Geld bat, als er auf der Bühne stand: da war wohl das schlechte Gewissen am Werk!
Natürlich liess ich es mir nicht entgehen, ihn zu fragen, wann dann die neuen Songs, die sie am Konzert spielten, auf CD erscheinen werden. Er sagte, dass sie nach der Deutschlandtour im März im Sommer wieder ins Studio gehen. Wuhuuuu! tolle Nachricht! Das heisst, dass Ende 2010 oder spätestens 2011 das neue Album kommt! Yay, Freude herrscht!!!

Gerne hätte ich noch mit Rafaela und Andy gesprochen und ihnen ein paar Fragen gestellt, aber sie wirkten etwas genervt und das Gespräch mit David war schon mal sehr toll. Ich kann das ja bei der nächsten Recordrelease Party nachholen...

 
Zum Schluss noch eine klitzekleine Überraschung exklusiv für meinen Blog: Lucienne und ich fanden auf dem Sofa ein Feuerzeug und es gehört wahrscheinlich David Burger! Es gibt jetzt fünf Möglichkeiten:

1.Lucienne behaltet es und erzählt in zwei Jahren (wenn SIC berühmt sind) jedem, dass es DEM David gehört... woohooo.

2.Wir fordern für nächste Woche eine Übergabe!!! (Interview inkl Essen)

3.Wir versteigern es hier mit einem Sticker, den wir auf dem Tisch fanden, und spenden den Erlös an SIC. (Die EP und die Single wollen wir leider behalten, die muss man sich selbst kaufen. Bitte, denkt an das Geld für die Frisur des Mannes mit der schönsten Igelifrisur!!!)

4.Wir tun, als wäre nichts, schreiben "Andy ich will ein Kind von dir" drauf und werfen es beim nächsten Konzert von ihnen auf die Bühne.
 
5. Last but not least, die wahrscheinlichste Möglichkeit: es geht ihm am Arsch vorbei und wir behalten es einfach als Souvenir.

Wie auch immer, es war ein sehr schöner Abend. Die Musik war atemberaubend, das Publikum bescheiden und ich bin stolz darauf, mit David gesprochen zu haben. Musikjournalistin zu sein ist toll.
Alles in allem muss ich sagen, dass ich eigentlich noch viel über Slag in Cullet und den gestrigen Abend schreiben könnte, aber nichts mehr schreiben will. Ich möchte mich einfach in meinen Sessel setzen, die Headphones einstecken und eintauchen in diese andere Welt, die gestern Abend auferstanden ist. - Danke Andy, Rafaela und David.
13.12.09 20:15
 


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