#Slag in cullet - Like taking cover behind

(Ich mache das jetzt zum ersten Mal, also pianopiano. Meine Meinung muss nicht jedermanns Meinung sein. Und ich bin mir bewusst, dass es was Heikles ist, wenn ich mich an jemandes Seelenkotze vergreife, sie kommentiere und interpretiere. Damit muss man ja rechnen, wenn man Lieder veröffentlicht.)

Seit Samstag darf ich das Album "Like taking cover behind" (LTCB) von Slag in Cullet (ehem. Glass) zu meiner Musiksammlung zählen. Juhui. Es war ein Geschenk :D Selbstverständlich habe ich es ausgiebig gehört und wage es jetzt, meinen Senf zu meinem Lieblingslied, meiner Lieblingsstelle, den Texten und der Musik zu geben.

Der Tonträger startet mit dem Track "Therapy". In diesem Lied singt er über die Therapie. (Dieser einfallsreiche Satz ist von beinahe unendlicher Intelligenz.) Das lyrische Ich befindet sich in irgendeinem Zustand, den ich nicht so genau herausgefunden habe. Jedenfalls geht es ihm nicht so, wie er denkt, dass es ihm gehen soll und wenn es endet, dann in einer Tragödie - er fühlt sich mies und alle anderen scheinen glücklich oä. Aha. (Thx God für meinen 3.5 in English-mündlich^^) "Maybe I need therapy is there something wrong with me or there's nothing wrong with me and we all need therapy" Er kritisiert die Menschen, wie sie denken und wie sie handeln. Ich finde den Gedanken allgemein sehr toll, weil ich mich immer wieder frage, wer hier eigentlich spinnt. Dieses Leben ist so krank und irgendwie verbindet mich dieser "Weltschmerz" mit den Liedern von SIC. (Vielleicht interpretiere ich das auch alles falsch, aber das ist ja egal.) Später singt er auch: "du denkst du bist frei, dann wünsche ich dir, dass du deinen Frieden findest in deinem Leben in der Gier." wow.

Eine meiner Lieblingsstellen ist im Lied "we won't fail" 4:24. Ich verstehe nicht exakt, was er sagt (give it to me oder so was), aber es hört sich gut und wild an. Das macht Laune. Und das kurze Gitarrenstück danach… Ja, da könnte ich jedes Mal eine Runde ums Haus rennen. Hihi.

Im Gegensatz zu Time To Explode (TTE) ist das Album sehr rau aufgenommen und auch von der Musik her klar anders als das zweite Album. Einerseits sind "die Effekte" auf TTE sehr einfallsreich eingesetzt, wo sie auf LTCB eigentlich nicht wirklich zu finden sind. TTE ist eher ausgefeilt und ich denke, dass die Gesangslinie bearbeitet wurde. Aber das ist nur eine wage Vermutung. Mir fiel einfach auf, dass der Sänger live mehrere hohe Passagen unten rum sang und nicht wie auf dem Album oben durch. Möglicherweise hatte das auch andere Gründe.

Die Texte betreffend hat sich nicht so viel verändert. Es werden Themen wie Tod, Liebe und so weiter behandelt. Doch schafft Andy Röösli auf TTE den Sprung von Schmerz/Trauer zu viel, viel (destruktiver) Energie viel besser – Time to explode!!!

Andreas Röösli sagte in einem Interview mit Radio 3fach, dass seine Texte "vom dem Leben inspiriert" sind. Unter anderen Liedern verarbeitet/singt er auch in "In memories" über den Tod (s)eines Freundes. Genaueres weiß ich nicht. Dass ihn dieses Ereignis sehr prägte, kann man ja auf beiden Alben hören. Diese Echtheit gefällt mir sehr - sie tut weh - und ich ertappe mich immer wieder dabei, wie ich mich in den Texten wiederfinde. Zum einen frage ich mich, was der Mann alles erlebt haben muss, dass er solche Lieder schreibt - so viel Wut, Schmerz und Ohnmacht im seinen Liedern - das kann nicht von nichts kommen. Zum anderen finde ich es bewundernswert, dass er sich so gegen den Hörer immunisieren kann und seine Gedanken einfach so preisgeben kann. Vielleicht bewerte ich das über, aber ich an seiner Stelle würde wohl hoffen, dass mir niemand zu hört und sich niemand Gedanken über meine Texte macht. Aber ja, deshalb wurde er wohl Musiker und ich stille Poetin.   

Zusammenfassend kann ich sagen, dass sich SIC vom ersten Album bis zum neu erschienenen weiterentwickelt haben – und dies im Positiven. Dieser schmerzende und eindringliche Ausdruck der Texte ihrer Lieder blieb konstant und auf instrumentaler Ebene haben sich alle drei Künstler weiter entwickelt, was man meiner Meinung nach sehr deutlich hören kann.

Und die Prognosen für das dritte Album stehen nicht schlecht, denn auch die kleinen Einblicken an den Konzerten (Use me, the masochist, this way, If i had a heart) strotzen nur so von Energie und so füllt sich mein kleines Herz jetzt schon mit Vorfreude…

Vielleicht sind Lieder nicht zum drüber schreiben gemacht – aber manchmal muss ich laut denken. So, und bevor ich wegen Überdosis vom Denken über Musik zur Irren werde, backe ich jetzt Spitzbuben und höre was schönes dazu.Bye!

18.12.09 15:14
 


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